Ein Schloss nach Romanvorlage
Seine Entstehung verdankt das Schloss Lichtenstein bei Honau einem Roman. 1826 schrieb Wilhelm Hauff den „Lichtenstein“, womit er einen der ersten geschichtlichen Romane in Deutschland schuf. Im Mittelpunkt der Handlung steht Herzog Ulrich, der, vom Schwäbischen Bund vertrieben, Zuflucht in der Nebelhöhle sucht und auf dem nahen Lichtenstein vom Burgherrn, Ritter von Lichtenstein, versorgt wird, einem treuen Anhänger des Herzogs in den Jahren nach 1519. Ritterlicher Edelmut und eine rührende Liebesgeschichte machten den Roman damals zu einem Welterfolg.Der Woge der Begeisterung für derart romantisches Geschehen konnte sich auch Graf Wilhelm von Württemberg, Herzog von Urach, nicht entziehen und wünschte sich „eine deutsche Ritterburg im edelsten Stil des Mittelalters“, genau dort, wo der Hauffsche Lichtenstein angesiedelt ist. Was dann 1840/41 auf dem 817 Meter hohen steilen Kalkfelsen entstand, war ein Postkartenidyll: die Burg zum Buch.
Kurz vor der Fertigstellung wurden die Bauten mit schwarzer Farbe bestrichen, damit sie etwas älter wirkten. Der gräfliche Bauherr hatte einen eigenwilligen Humor: Er soff in einer Schlosskneipe, die einer Kapelle mit Kanzel gleicht, wobei sich an den Wänden pornografische Sprüche verstecken.
