RouteSchwarzwald Tälerstraße

Entlang alter Flößertrassen

Schon die Römer schätzten den Ort Aquae Aureliae wegen der heilkräftigen, bis zu 68 °C heißen Quellen. Im Mittelalter residierten die Markgrafen von Baden hier. Der Name der Stadt geht auf die Teilung des Markgrafenhauses (1535) in die Linien Baden-Baden und Baden-Durlach zurück und nicht – wie man vermuten könnte –auf die Quellen.

Nach kurzer kurvenreicher Bergfahrt erreicht man die Bühlerhöhe, ein in 750 Meter Höhe über dem Bühlertal gelegenes Refugium mit Schlosshotel. Die Schwarzwald-Hochstraße hat nun ihre Kammlage erreicht. Häufig führt sie durch dichte Wälder unterhalb der Scheitelhöhe des langen Höhenzugs. Entlang der Straße finden sich zu beiden Seiten viele Parkplätze. Die Aussichtspunkte auf der Talseite sind beschildert. Die Oberrheinische Tiefebene und die Seitentäler verschwimmen allerdings oft im Dunst.

In einer Linkskurve taucht über dem Wald plötzlich ein steil in den Himmel ragender Finger auf: der Sendeturm auf der Hornisgrinde („Grinde“ = kahler Rücken). Die höchste Erhebung im Nordschwarzwald erreicht 1164 Meter. Am Fuß der Hornisgrinde liegen der Mummelsee und das in 1036 Meter Höhe unmittelbar am Ufer gelegene Hotel gleichen Namens. Am Wochenende kann es vorkommen, dass man den kleinen See vor lauter Touristen nicht sieht. Wie bei einigen anderen Seen in der Umgebung handelt es sich hier um einen Karsee in einer runden Gletschermulde, der in der letzten Eiszeit entstanden ist. Dabei ist „Mummel“ eine volkstümliche Bezeichnung für die gelbe Teichrose, „Mümmeln“ werden aber auch die der Sage nach den See bevölkernden Wassernixen genannt. Besonders die Dichter der ausklingenden Romantik wurden vom Zauber des Sees angesprochen. Eduard Mörike schuf mit seiner Ballade „Die Geister am Mummelsee“ ein schaurig-schönes Werk.

Weiter führt die Route zum Ruhestein. Dieser Name zeugt ebenso wie einige Kilometer später die Bezeichnung „Zuflucht“ davon, wie schwierig die Überquerung dieses Gebirgszuges noch im 19. Jahrhundert war. Sie gelangen nach Freudenstadt. In der Innenstadt fallen sofort die Arkaden an den Häusern um den Marktplatz und in den umliegenden Straßen auf.

Von den Höhen des Nordschwarzwaldes führt die Route nun hinab in die tiefen Täler der Kinzig und später der Murg, durch die sich die Schwarzwald-Tälerstraße windet. Sie kommen nach Alpirsbach. Direkt unterhalb der weithin sichtbaren Klosterkirche führt eine Straße nach rechts zum ehemaligen Kloster. Die Ende des 11. Jahrhunderts erbaute romanische Säulenbasilika blieb im Stil der Hirsauer Benediktinerreform erhalten. Im Städtchen sollten Sie das Rathaus von 1566 auf seinen steinernen Arkaden beachten. Das extrem weiche Wasser aus dieser Gegend kommt der Klosterbrauerei zugute.

Wenn Sie Schenkenzell erreichen, biegen Sie nach rechts in das Tal der Kleinen Kinzig ab, um zum 1324 gegründeten Klarissenkloster Wittichen zu fahren. Es liegt vier Kilometer von Schenkenzell entfernt in einem verschwiegenen Seitental. Am Zusammenfluss von Schiltach und Kinzig liegt der Luftkurort Schiltach. Der gesamte Stadtkern mit seinen malerischen Fachwerkhäusern steht unter Denkmalschutz.

In Wolfach fahren Sie in Richtung Schapbach-Oberwolfach und erreichen so das Wolftal, auch Schapbachtal genannt. War das Kinzigtal oft schroff, so erleben Sie hier ein liebliches Schwarzwaldtal. Rechts und links sehen Sie immer wieder kleine Ansiedelungen, einzelne Häuser und Gehöfte im Schwarzwaldstil. Kurz vor Bad Rippoldsau biegen Sie nach Freudenstadt ab. Nun geht es steil und kurvenreich hinauf bis Zwieselberg und dann weiter nach Freudenstadt.

Hier folgen Sie nun der Schwarzwald-Tälerstraße nach Baiersbronn, das sich aus einem halben Dutzend Teilgemeinden zusammensetzt und der waldreichste Fremdenverkehrsort Baden-Württemberg ist. Steil, oft schluchtartig steigen jetzt zu beiden Seiten der Murg die Hänge an. Felstürme, Steilwände und mächtige runde Granitbrocken im Flussbett zeugen von der Eiszeit, in der das Tal ausgefräst wurde. Seit Jahrhunderten ist das Murgtal Verkehrsweg vom Rhein in den Nordschwarzwald. In Forbach ist die überdachte Holzbrücke nach einem Vorbild von 1776 wieder aufgebaut worden. Schon vor dem Ort Gernsbach sehen Sie hoch über einem steilen Weinberg Schloss Eberstein. Von der Murgbrücke aus ist der Weg dorthin gut ausgeschildert. Vom Schloss haben Sie einen guten blick auf Gernsbach.

Gleich hinter Gernsbach weitet sich in Richtung Rastatt das Tal. Die bisher steilen Hänge weichen sanft gewellten Hügeln. Kurz hinter Kuppenheim zweigt links eine kleine Straße nach Rastatt-Förch ab. Dort erreichen Sie das barocke Kleinod Schloss Favorite. Das abseits gelegene Lustschloss mit Eremitage und vier Kavaliershäusern wurde 1710-12 als Sommerresidenz der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden gebaut. Im Inneren sind der kostbar ausgestattete Speisesaal, die Prunkküche und viele herrliche Kleinkunstgegenstände zu bewundern.

Die Route endet in Rastatt mit seinem gut erhaltenen Barockschloss von Markgraf Ludwig Wilhelm, dem „Türkenlouis“.

Rezept aus Köstliches Deutschland
Leckere und interessante Rezepte vom kulinarischen Reiseführer.
Impression der Route