RouteViezstraße

Die Äppelkeschd der Saarländer

Wo Deutschland endet und Frankreich und Luxemburg beginnen, also im Dreiländereck oder genauer im Saargau, befindet sich um Merzig herum die "Äppelkeschd", wie die Saarländer dieses Obstbaugebiet nennen. Eine reizvolle Reiseroute, die Viezstraße, verbindet die kulturellen und landschaftlichen Höhepunkte des Apfellandes. Viez ist ein im Saarland gern gebrauchter Name für Apfelwein.

Links und rechts der Viezstraße gibt es fünf Teilabschnitte, die sich bestens für reizvolle Wanderungen anbieten. Die hier beschriebene Route hält sich an relativ verkehrsarme Nebenstraßen (Teile der Viezstraße) von Merzig bis Nennig.

Bevor man sich in Merzig der Ausschilderung "Viezstraße" oder "Route du cidre" mit dem Viezlogo folgend auf den Weg macht, sollte man in dem Städtchen ein wenig verweilen. Bei einem Bummel durch die Fußgängerzone trifft man auf das barocke Staadt-Marxsche Bürgerhaus, dann auf das Stadthaus, einen Spätrenaissancebau mit barocker Freitreppe, die im Oktober zur Bühne für das Merziger Viezfest wird. Sozusagen ein "Krönungsort", denn hier wird alljährlich die Viezkönigin präsentiert. Die Kirche St. Peter, das wichtigste romanische Bauwerk im Saarland, lohnt ebenfalls einen Besuch.

Von Merzig geht es nun auf der Viezstraße zunächst nach Hilbringen, wo man sich im Naturschutzgebiet "Nackberg" die Füße vertreten oder einen Blick auf das "Hilbringer Schlösschen" werfen kann. Über Schwelmingen und Büdingen geht es nach Wellingen. Jetzt sollte man sich etwas Zeit nehmen und das Bildhauersymposium "Steine an der Grenze" erkunden. Wer noch Lust zum Wandern hat, sollte in Bethingen sein Auto stehen lassen und das liebliche Salzbachtal kennen lernen.

Und was wäre die Viezstraße ohne eine kleine Exkursion in Sachen Apfel?
In Tünsdorf wartet ein Spezialist auf interessierte Besucher: Josef Jacoby. Er weiß nicht nur alles über den Obstanbau in der "Äppelkeschd", er öffnet auch gern seinen Keller und lässt Viez, Apfelsekt und -likör probieren.

Ein Katzensprung ist es von jier nach Orscholz zur berühmten "Cloef", 200 Meter hoch über dem Saartal. Von diesem steil aufragenden Aussichtsfelsen hat man den schönsten Blick auf das waldgesäumte Naturwunder Saarschleife.

Nächste Station auf der Viezstraße ist Borg mit seiner römischen Villa. Eindrucksvoll präsentieren sich die Ausgrabungen und die originalgetreue Rekonstruktion einer villa rustica mit Herrenhaus und Villenbad.

Über Perl, den einzigen Weinbauort des Saarlandes, geht es bei einem Abstecher über die französische Grenze nach Montenach mit seinem Orchideen-Biotop. An den südwestlichen Hängen der Hügel um den Ort kann man über 20 verschiedene Orchideenarten bewundern. Auf dem Rückweg ins Apfelland empfiehlt sich in Mandern ein Besuch des Schlosses Mensberg aus dem Jahr 1419, das auch Ziel einer Viez-Wanderung von Büschdorf aus sein kann.

Letzte Station an der Viezstraße ist Nennig. Noch luxuriöser als die römische Villa in Borg muss das Anwesen in Nennig gewesen sein. Millionen von Steinchen haben römische Mosaizisten zu einem kunstvollen Mosaik gefügt, das die Empfangshalle einer noblen Villa schmückte. Die raffinierte Geometrie der Ornamentik erinnert an einen kostbaren Perserteppich. Mit seinen 160 qm ist dieses römische Mosaik der bisher größte Fund dieser Art nördlich der Alpen.

Rezept aus Köstliches Deutschland
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Impression der Route