RouteSpargelstraße

Im Genießerland

Die durchgehend beschilderte Badische Spargelstraße führt durch abwechslungsreiche Landschaften mit vielen Sehenswürdigkeiten und dies in einer Region, die mit dem Prädikat „Genießerland“ ausgezeichnet ist. Feinschmecker, Kunst- und Geschichtsinteressierte können zwischen der Nordroute (Schwetzingen bis Karlsruhe) und der Südroute (Karlsruhe bis Scherzheim) wählen. Im Nachfolgenden wird die Nordroute beschrieben.

Ausgangspunkt ist die bekannte Spargelmetropole Schwetzingen. Seit dem 13. Jahrhundert war sie pfalzgräflicher Besitz. Das Städtchen erlebte ab 1742 sein goldenes Zeitalter, als Kurfürst Carl Theodor das Schloss zu seiner Sommerresidenz ausbauen ließ und mit dem Schlossgarten eine der schönsten europäischen Parkanlagen anlegte. Inmitten dieser zauberhaften Schlossanlage ist das prachtvolle Rokokotheater (Schwetzinger Festspiele) integriert. Hier hat sich auch Mozart inspirieren lassen. Auf dem herrlichen Schlossplatz mit seinem großen gastronomischen Angebot lässt es sich vortrefflich verweilen. Der tägliche Spargelmarkt während der Saison ist ein Muss.

Die Route führt weiter nach Ketsch, ein Ort von mittelalterlichem Ursprung mit ländlicher Vergangenheit. Die unmittelbare Nähe zu den Rheinauen bietet ein ausgedehntes Angebot an Seen mit Erholungscharakter. Nur über eine Holzbrücke erreichbar, ist die Ketscher Rheininsel ein Eldorado für Naturfreunde. Der Karl-Ludwig-See hatte im 17. Jahrhundert eine Ausdehnung von rund 170 Hektar, wovon heute rund 91 Hektar unter Naturschutz stehen. Zu dem Ketscher Naherholungsgebiet zählen noch der Anglersee und der Hohwiesensee. Es ist nicht weit nach Hockenheim. Nicht nur durch die Autorennen auf seiner weltbekannten Rennstrecke, sondern auch durch die Produktion von edlem Spargel ist die Stadt bekannt geworden. Das Tabakmuseum im Herzen Hockenheims, sowie das Motorsportmuseum am Hockenheimring interessieren nicht nur Spargelfans.

Ein Katzensprung weit liegt Reilingen. Der idyllische Ort hat sich bis heute seinen dörflichen Charakter bewahrt. „Der beste Spargel im ganzen Land, wächst auf den Feldern im Reilinger Sand“, so erzählt eine alte Weise, der sich die Spargelbauern in Reilingen gerne bedienen. Interessante Informationen über Spargel und Tabak vermittelt der Reilinger Spargel- und Tabaklehrpfad am Ortsrand. Seit Jahren finden in dem Ort auch internationale Fachtagungen zur Weiterentwicklung des Spargelanbaus statt. Das älteste und schönste Haus im Ort ist das Heimatmuseum mit dem Gasthaus „Löwen“. Schon 1435 wurde es zum ersten Mal als Herberge erwähnt.

Weiter geht es nach Walldorf, bekannt durch ihren berühmten Sohn Johann Jacob Astor, der es vom armen Metzgersohn zu einem der reichsten Männer Amerikas gebracht hatte. In früheren Zeiten war Walldorf ein Zentrum der badischen Hopfen- und Tabakproduktion. Jetzt ist hier ein Schwerpunkt des Spargelanbaus. Der zum Ende der Spargelsaison stattfindende Walldorfer Spargelmarkt zieht Besucher aus nah und fern an. Ein Abstecher führt nach St. Leon-Rot. In jüngster Zeit ist der Ort mit seinem traumhaften Golfplatz durch hochkarätige Turniere bekannt geworden.

Die nächste Etappe ist Waghäusel. Eine Eremitage, eine Wallfahrtskirche und ein Wirtshaus bildeten die Keimzelle dieser heutigen Stadt mit seinen ländlichen Stadtteilen. Der nebenberufliche Spargelanbau ging zu Gunsten großer Haupterwerbsbetriebe verloren. Diese sind inzwischen marktprägend geworden und stellen eine wichtige Säule im badischen Spargelanbau dar.

Die Route führt nach Hambrücken, ein Dorf, in dem der traditionelle Hopfenanbau durch den Spargelanbau abgelöst wurde. Über Forst gelangt man nach Bruchsal. Die Geschichte dieser historischen Stadt reicht mehr als 1000 Jahre zurück. Die Spargelhauptstadt Europas beherbergt die größte Spargelvermarktungseinrichtung nach modernsten Gesichtspunkten. Ein Besuch dieser, seit über 60 Jahren bestehenden und für Deutschland preisgestaltenden Einrichtung sollte bei einem Besuch der Badischen Spargelstraße unbedingt eingeplant werden. Seit einigen Jahren ist Bruchsal Kreuzungspunkt einer weiteren kulinarisch orientierten Straße, der „Weinstraße Kraichgau-Stromberg“. Sein Image als „Barockstadt“ verdankt Bruchsal vor allem dem Barockschloss, u.a. mit dem berühmten Treppenhaus von Balthasar Neumann und den dort untergebrachten Museen (ein Muss: das Deutsche Musikautomaten-Museum) sowie der ebenfalls von Neumann erbauten barocken Peterskirche. Wem die die ausgedehnten Schlossanlagen nicht zur Erholung ausreichen, dem seien die Hügel des malerischen Kraichgaus ans Herz gelegt. Das nächste Ziel ist die Flächenstadt Stutensee. Diese spargelorientierte Stadt beherbergt ein interessantes Museum über die Ortsgeschichte und die Hugenottenwanderung des 17. und 18. Jahrhunderts.

Über Linkenheim-Hochstetten geht es zum Zielpunkt der Nordroute nach Karlsruhe. Viele Museen, eine Universität und eine umfassende Spargel- und weinbauorientierte Gastronomie vor den Toren des nahe gelegenen Schwarzwaldes geben einen facettenreichen Einblick in das mittlere Oberrheingebiet. Wohlbekannt und gut besucht sind die „Badischen Spargelwochenenden“ des Verkehrsvereins der Stadt Karlsruhe. Schon einmal in Karlsruhe sollte man sich das Karlsruher Schloss nicht entgehen lassen. Es wurde 1715 als Residenz des Markgrafen Karl Wilhelm von Baden-Durlach errichtet. Der schlossartige Holzbau wurde 1746 vollständig in Stein gebaut und diente 200 Jahre als Regierungssitz des badischen Herrscherhauses. Im 18. Jahrhundert wurde das Schloss grundlegend umgebaut und innen mehrfach verändert und neu möbliert. 1849 wurde Großherzog Leopold von badischen Revolutionären aus dem Schloss vertrieben, endgültig verließ es die großherzogliche Familie mit dem Ende der Monarchie im November 1918.

Die Parkanlagen um das Schloss zeugen noch heute vom gestalterischen Willen der früheren Besitzer. Im Süden des Schlosses befinden sich Anlagen mit barockem symmetrischem Umriss. Im Norden erstreckt sich ein Englischer Garten. Ende des 18. Jahrhunderts hat Markgraf Karl Friedrich den zoologischen Garten und den Fasanengarten neu anlegen lassen. Sehenswert ist auch der Botanische Garten, angelegt von Großherzog Karl Friedrich. Eine Kette von Pflanzenschauhäusern, der von Heinrich Hübsch 1853-57 erbaute „Wintergarten“, wurde 1970 teilweise wieder hergestellt.

Auf der Badischen Spargelstraße kann man sich Zeit lassen und die Details am Wegesrand entdecken. Vor allem die Begegnungen mit dem Spargel auf dem Felde, wie beim Selbststechen unter fachkundiger Anleitung erfahrener Spargelbauern. Dies vermittelt Eindrücke in die Arbeit, die vor dem Vergnügen steht.


Rezept aus Köstliches Deutschland
Leckere und interessante Rezepte vom kulinarischen Reiseführer.
Impression der Route