RouteSächsische Weinstraße

Im nördlichsten Weinbaugebiet Europas

Die Route beginnt in Diesbar-Seußlitz. Seit dem 13. Jahrhundert werden hier an den sonnigen Südhängen Reben gezogen. Das Schloss, Mittelpunkt von Seußlitz, wurde ab 1725 im Stil des französischen Barocks von George Bähr errichtet, der auch die Dresdner Frauenkirche baute.

Auf der Elbuferstraße erreichen Sie bald zwischen den Weinbergen Winkwitz. Auffällig ist ein steiler, weinbebauter Granitfelsen, der Proschwitzer Katzensprung, nach dem auch eine hauptsächlich mit Traminerreben bestandene Weinlage benannt ist.

Von der Weinstraße aus sehen Sie nun bereits den hoch aufragenden Dom und die Albrechtsburg in der Altstadt von Meißen, auf dem gegenüberliegenden Ufer der Elbe. 1485 verlor Meißen seine Hauptstadtwürde an Dresden. 1710 verhalt die Albrechtsburg der Stadt jedoch wieder zu neuem Ruhm: König August der Starke sperrte Johann Friedrich Böttger dort ein. Niemand sollte dem jungen Alchemisten das Geheimnis entreißen können, wie er Porzellan herstellte – das „weiße Gold“. Die Albrechtsburg kann somit als Ursprung der Porzellan-Manufaktur Meissen bezeichnet werden, die erst 1864 an ihren jetzigen Standort im Triebischtal verlegt wurde. Meißen war zudem der Ort, wo der Elbwein zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde: 1161 übergab Markgraf Otto der Reiche der Kapelle St. Egidien „einen Weinberg bei Meißen“. Neben der Burg erhebt sich der um 1260 begonnene Dom, der im Innern noch die reinen Formen der Frühgotik zeigt.

Am Bahnhof vorbei, verlassen Sie Meißen über die Großenhainer Straße und den Ortsteil Bonitzsch und erreichen Gröbern. Dort fahren Sie rechts ab und über Niederau (mit dem ältesten noch in Betrieb befindlichen Bahnhof Deutschlands) nach Weinböhla. Heute muss hier der Weinbau erst wieder belebt werden, doch noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts war dies der Mittelpunkt des größten geschlossenen Anbaugebiets an der Elbe. Im Heimatmuseum, einem alten Winzerhaus neben der neugotischen Kirche, wird die Geschichte des Weinbaus beschrieben.

In südlicher Richtung führt die Straße über Coswig nach Radebeul. Am Ortseingang direkt an der Weinstraße liegt links das Staatsweingut Schloss Wackerbarth. Eigentlich heißt das Gebäude „Wackerbarths Ruh“, denn Reichsgraf und Feldmarschall August Christoph von Wackerbarth hat sich dieses Schlösschen 1727-29 als Alterssitz erbauen lassen. Vom Schloss aus fahren Sie Richtung Stadtzentrum und biegen kurz hinter dem Schmalspurbahn-Haltepunkt „Weißes Roß“ links in die Hoflösnitzstraße ein. Sie führt hinauf zum Schloss Hoflösnitz in den Weinbergen mit dem Museum für Weinbau und Lebenskultur. Zu Fuß erreichen Sie von hier aus die Weinbergstraße, die parallel zum Hang verläuft und eine schöne Aussicht auf Radebeul und das Elbtal bietet. Den schönsten Blick haben Sie vom Spitzhaus oberhalb der Hoflösnitz und der Weinberge. Sie erreichen es über die Spitzhaustreppe, die wegen ihrer angeblich 365 Stufen – in Wirklichkeit sind es aber einige mehr – auch „Jahrestreppe“ genannt wird.

Der berühmteste Bewohner Radebeuls war Karl May. In seinem Wohnhaus, der „Villa Shatterhand“ in der Karl-May-Straße sind zahlreiche Dokumente aus dem Leben des Schriftstellers ausgestellt. Von Radebeul aus führt die Weinstraße nach Dresden.

Die Dresdner Altstadt erreichen Sie über die berühmte Augustusbrücke. Die Brühlsche Terrasse ist nicht weit vom Ufer entfernt. Minister Heinrich Graf von Bühl ließ sie 1738 als privaten Lustgarten mit Blick auf Elbe, das Schloss, die Hofkirche und die Oper anlegen. Von dort aus gelangen Sie zum Albertinum mit seinem Grünen Gewölbe. Über die Salzgasse erreichen Sie die Frauenkirche, die größte protestantische Kirche der Welt, deren Wiederaufbau am 800. Jahrestag der Stadt im Jahre 2006 abgeschlossen sein wird. Gegenüber der Frauenkirche finden Sie das Johanneum. An der Außenseite des Langen Ganges, in der Augustusstraße, prangt das größte Porzellanbild der Welt: Auf 101 Meter Länge wurde aus 24 000 Kacheln ein Festzug mit allen wettinischen Herrschern Sachsens dargestellt. Neben dem Schloss, der spätbarocken Hofkirche und der berühmten Semperoper, stellt der Zwinger einen weiteren Höhepunkt der Sehenswürdigkeiten dar. Jenseits der Augustusbrücke liegt am anderen Elbufer, fast zu Füßen des Goldenen Reiters, der Statue Augusts des Starken, am Neustädter Markt der „Meißner Weinkeller“.

Die Weinstraße überquert nun auf der Friedrichsbrücke die Elbe und führt, direkt am südlichen Ufer entlang, über Terrassen- und Käthe-Kollwitz-Ufer durch die Ortsteile Johannstadt und Blasewitz. Über die Loschwitzer Brücke kehren Sie auf das rechte Elbufer zurück. Die 141 Meter lange Stahlkonstruktion überspannt seit 1893 ohne einen Pfeiler im Fluss die Elbe und wird wegen ihrer Farbe auch „Blaues Wunder“ genannt. In den Vororten treffen Sie wieder auf Spuren des Weinbaus: in Loschwitz auf die alte Weinpresse und die Winzersäule, in Wachwitz auf den ehemaligen Königlichen Weinberg nahe dem Rhododendrongarten. Weinbauatmosphäre herrscht erst wieder etwas weiter elbaufwärts in Pillnitz. Dazu tragen auch die Weinbergkirche und eine alte Weinpresse bei. Die Beschilderung der Sächsischen Weinstraße zeigt eine grüne Rebe an grünem S auf weißem Grund.
Rezept aus Köstliches Deutschland
Leckere und interessante Rezepte vom kulinarischen Reiseführer.
Impression der Route