Drei Trauben auf einem M weisen den Weg
Die Moselweinstraße ist eine den Fluss begleitende, 242 Kilometer lange Autoroute - ein genussvoller Reiseweg für Weinfreunde und Feinschmecker. Die nachstehend beschriebene Route beginnt in Igel und endet in Winningen.In Igel erhebt sich mitten im Ort ein 23 Meter hohes Bauwerk aus der Zeit um 240 n.Chr.: Die Igeler Säule. Auf der B 49 geht es auf der linken Moselseite weiter nach Trier. Hier kann man 2000 Jahre in einem zweistündigen Stadtrundgang erleben: die dunkel verwitterte Torburg Porta Nigra, die Palastaula, die Kaiserthermen und das Amphitheater.
Von Trier aus folgt man der B 53, um über Klüsserath und Trittenheim nach Dhron-Neumagen zu gelangen. Der Ort gehört zu den Dörfern an der Mosel, die ihr eigenständiges Gesicht bewahrt haben. Eine Kopie des weltbekannten römischen Weinschiffs steht mitten im Ort an der Hauptstraße.
Weiter geht es auf der B 53 parallel zur Mosel, diesmal rechtsseitig, vorbei an den bekannten Weinorten Piesport und Brauneberg nach Bernkastel-Kues, der nächsten Station an der Moselweinstraße. Das enge Ensemble der bis zu fünf Stockwerken hohen Fachwerkhäuser um den Marktplatz und in den angrenzenden Gassen bewahrt den mittelalterlichen Charakter des Städtchens. Und dann noch die Weinlagen: die "Bernkasteler Badstube" oder der "Bernkasteler Doctor", die "Wehlener Sonnenuhr" oder der "Kueser Kardinalsberg". Allein die Namen lassen dem Kenner das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Weiter führt der Weg nach Ürzig, bekannt durch seine Weine "Würzgarten" und "Goldwingert".
Immer noch auf der B 53 geht die Fahrt über Kröv mit der berühmten Großlage "Nachtarsch", vorbei an dem Jugendstilstädtchen Traben-Trarbach nach Zell, dem Weinort mit der berühmten Lage "Schwarze Katz".
Bei Alf wechselt die Weinstraße auf die B 49, wo bald das Winzerdorf Bremm erreicht ist. Oberhalb des Ortes führt ein schöner Fußweg durch die Weinberge zum "Bremmer Calmont", dem mit 72 Prozent Steigung steilsten Weinberg Europas. Etwa knapp zwei Kilometer misst der Calmont, 378 Meter sind es vom Moselufer bis zum bewaldeten Gipfel. Der Ausblick ist faszinierend: rechts unten in Spielzeuggröße Kirche und Häuser von Bremm, links umsäumen flache Rebfelder die Klosterruine Stuben. Dazwischen zwängt sich der Fluss durch die engste Moselschleife.
Der nächste Ort an der Moselweinstraße ist Cochem. Von weitem grüßt eine malerische Stadtsilhouette. In der Altstadt begeistern schmale, von Fachwerkhäusern gesäumte Gassen und romatische Treppenaufgänge. Über allem thront wie ein Märchenschloss die Reichsburg.
Wem vom Slalom der Moselwindungen schwindelig geworden ist, der kann nun aufatmen. In leichten Schwüngen folgt die Weinstraße jetzt dem Mosellauf auf der B 49 nach Alken. Wahrzeichen ist die um 1200 erbaute, restaurierte Doppelburg Thurant mit einem schönen Blick über das Moseltal.
Der Beschilderung Moselweinstraße folgend, wechselt man auf Höhe von Gondorf zur B 416 und erreicht den Ortsteil Kobern mit seiner imposanten Burg.
Langsam geht die Tour auf der Moselweinstraße zu Ende. Auf dem Weg nach Winningen, dem letzten Weinort dieser Tour, fährt man unter der höchsten Autobahnbrücke Deutschlands (136 Meter) hindurch. In Winningen angekommen, fühlt man sich verhext. Im Zentrum des Ortes, wo Reben auch Häuser und enge Gassen beranken, ist der Weinhof mit dem Hexenbrunnen und dem Hexenkeller. Ein Weinlehrpfad führt dann auch noch durch die Lage "Weinhex". Spitzenlage ist jedoch der Terrassenschieferhang "Uhlen".
