Ein Weltkulturerbe
Die hier beschriebene Route orientiert sich am Verlauf des rätischen Limes von Eichstätt bis Welzheim.In Eichstätt bietet das ur- und frühgeschichtliche Museum auf der Willibaldburg vor allem Funde aus den Römerkastellen Pfünz und Böhming sowie der Zivilsiedlung Nassenfels. Von Eichstätt aus ist ein Abstecher nach Möckenlohe (ca. 9 km) möglich zu einem vollständig rekonstruierten Hauptgebäude eines Römischen Gutshofes, mit Informationen über die römische Landwirtschaft.
In Burgsalach ist ein Rundwanderweg mit Hinweistafeln über den Limes, die Römerstraße und den Burgus (Kleinkastell). Das Kleinkastell aus der Spätlimeszeit, gilt als einmaliges Bauwerk in Europa, dessen Art sonst nur noch in Nordafrika bekannt ist.
Weißenburg bietet einiges zur Limesgeschichte: Auf einer Anhöhe im Westen der Stadt befindet sich ein Reiterkastell, dessen Nordtor in voller Höhe rekonstruiert ist. In unmittelbarer Nähe finden Sie ein vollständig ausgegrabenes und restauriertes römisches Militär- und Zivilbad, die größte Thermenanlage in Süddeutschland. Am Martin-Luther-Platz 3 befindet sich das Römermuseum mit Funden in bester Qualität.
In Ellingen an der Straße nach Höttingen wurde ein Kastell in Teilen wieder aufgebaut. Eine Bauinschrift datiert aus dem Jahr 182 n.Chr. Östlich des Bismarckturms (zum Teil aus Steinen der Limesmauer erbaut) in Gunzenhausen ist ein restaurierter Limesturm mit Holzpalisade zu besichtigen.
Zwischen Gunzenhausen und Wilburgstetten wird verschiedentlich durch Hinweissteine auf den Limes verwiesen. Südlich von Mönchsroth finden Sie die Rekonstruktion eines Steinturmes.
In Rainau befindet sich eine Vielzahl konservierter bzw. rekonstruierter Denkmale. Im Ortsteil Buch direkt am See: ein vollständig ausgegrabenes Kastellbad. Vom dazugehörigen Kastell ist nur das Südtor sichtbar. Im Ortsteil Schwabsberg stoßen Sie im Wald „Mahdholz“ auf Teile der Limesmauer mit Steinturm. Außerdem befindet sich hier ein hölzerner Limesturm in voller Höhe mit Palisade. Im Ortsteil Dalkingen sollte das Limestor besichtigt werden. Vom Rhein bis zur Donau sind bislang von der römischen Reichsgrenze keine Parallelen zu diesem Fund bekannt.
In Aalen sollten Sie sich etwas Zeit nehmen, denn das Kastell mit über 6 ha Innenfläche gilt als größtes römisches Lager am rätischen Limes. Tausend Soldaten sicherten vor 1 800 Jahren im größten Reiterkastell nördlich der Alpen den Limes gegen germanische Angriffe. Ein Muss ist das Limesmuseum, das größte seiner Art am rätischen Limes. Zahlreiche Fundstücke zeugen vom hohen Lebensstandard der Bewohner und vom kulturellen Niveau der römischen Besatzungszeit.
Eine der eindrucksvollsten Stellen am rätischen Limes befindet sich nördlich von Mögglingen im Wald „Grubenholz“ östlich des Braunhofs. Über 1,5 Kilometer markiert ein Schuttwall (Versturz der Steinmauer) den Limesverlauf. Von Böbingen aus waren einst ca. 20 Wachtürme des Limes einsehbar. In Schwäbisch Gmünd befand sich ein Kastell mit Bad. Die Funde befinden sich im Museum im Prediger am Johannesplatz.
Zwischen Schwäbisch Gmünd und Lorch, genauer in Kleindeinbach befand sich ein Kleinkastell, dessen wichtige Funktion die Grenzüberwachung zwischen den römischen Provinzen Obergermanien und Rätien war. Wenige Meter östlich des Kastells beginnt die rätische Mauer des Limes. Das Kastell in Lorch liegt mitten in der Stadt und ist weitgehend überbaut. Es war der südlichste Stützpunkt am obergermanischen Limes an der Hauptdurchgangsstraße von Cannstatt durch das Remstal nach Rätien.
Zwischen Lorch und Welzheim ist der Limesturm „Bemberlesstein“ restauriert. Der Limes ist hier in Teilen eindrucksvoll erhalten. Ein weiterer Limesturm befindet sich auf hoher Erhebung. Von hier aus hatte man in römischer Zeit eine ausgezeichnete Fernsicht, denn der Wald war seinerzeit gerodet.
Welzheim gehört mit zwei Kastellen zu den wichtigsten Truppenstandorten am äußeren obergermanischen Limes. Das Westkastell, Standort einer Reitereinheit, ist fast vollständig überbaut. Das Ostkastell liegt außerhalb der geraden Limes-Straße auf einer Hochfläche über der Lein. Konserviert sind Teile der Umfassung mit Rekonstruktion des Westtores in Originalgröße. Die gesamte Kastellfläche bildet heute ein Archäologisches Reservat.
Zwischen Welzheim und Murrhart sind Spuren der Kleinkastelle Ebnisee und Rötelsee erkennbar. An der Straße von Welzheim nach Fornsbach, südöstlich des Spatzenhofes, wurde eine außergewöhnlich große Turmstelle mit zwei Bauphasen restauriert. Der Turm war vermutlich ein Vermessungspunkt erster Ordnung der geraden Limesstrecke. Hier und weiter südlich, westlich der Straße Kaiserbach-Welzheim, befindet sich eine der am besten erhaltenen Limesstrecken.
