RouteBurgenstraße

Quellen für Sagen, Mythen und Märchen

Sie folgen dem Symbol mit stilisierten Zinnen und der Aufschrift „Burgenstraße“. Die Route ist zwischen Heidelberg und Heilbronn sowie zwischen Langenburg und Ansbach zur Orientierung ausreichend ausgeschildert.

Schon nach wenigen Kilometern den Neckar aufwärts sehen Sie kurz vor der Vierburgenstadt Neckarsteinach links am steilen Berghang, wie am Felsen klebend, das so genannte Schwalbennest, die äußerste Bastion von Burg Schadeck. Daneben prägen noch die gleichfalls von den Herren von Steinach erbaute Hinterburg, Mittelburg und Vorderburg das Ortsbild. Hoch oben auf der Landzunge jenseits des Neckars liegt das malerische Dilsberg, das Sie am leichtesten von Neckargemünd aus erreichen.

Die Burg Hirschhorn liegt über dem gleichnamigen Ort flussaufwärts hinter Neckarsteinach. Weiter auf der B 37 kommen Sie durch den Ort Eberbach. Hier sollten Sie einen Abstecher zu der wohl im 12. Jahrhundert vom Stauferkönig Heinrich VII. errichteten Burg machen, von der noch eine eindrucksvolle Ruine erhalten ist.

Der Burgenstraße folgend gelangen Sie zur Burg Zwingenberg. Sie ist dank umfangreicher Restaurierungen im 19. Jahrhundert eine der am besten erhaltenen Burgen im Neckartal. Bei Neckargerach liegen hoch über dem Fluss die stattlichen Reste der sagenumwobenen Minneburg.

Hinter Obrigheim geht die B 37 in die B 27 über, der sie südwärts in Richtung Heilbronn folgen. Von weitem ist die Ruine Hornberg sichtbar. Sie war die Heimat von Götz von Berlichingen, dem „Ritter mit der eisernen Hand“. Durch das Weinberggelände können Sie zur Burg hinauffahren, indem Sie in Neckarzimmern kurz hinter der Kirche links die Bahngeleise abbiegen.

Schloss Horneck bei Gundelsheim, das zweitgrößte der Neckarschlösser, war einst Sitz der Deutschmeister des Deutschen Ordens. Am südlichen Ortsrand von Gundelsheim empfiehlt es sich, den Neckar zu überqueren, um die Burg Guttenberg zu besuchen. Die ehemals staufische Burg steht wuchtig über der Landschaft. Sie ist eines der wenigen Beispiele mittelalterlicher Wohn- und Wehrbaukunst, die alle Kriege der letzten Jahrhunderte fast unbeschädigt überstanden haben. In ihren Mauern befindet sich auch die Deutsche Greifenwarte mit über 100 Greifvögeln und Eulen.

Direkt von der Burg Guttenberg aus erreichen Sie über ein schmales Sträßchen die Straße vom Neckartal nach Bad Rappenau. In dem bekannten Kurort ist vor allem das kleine Wasserschloss aus dem Jahr 1601 sehenswert, das heute als Rathaus dient.

Ein Höhepunkt der Burgenstraße ist Bad Wimpfen. Beeindruckend ist die Silhouette auf dem Bergrücken. Enge Sträßchen und winkelige Gassen mit vielen Gotik- und Renaissance-Wohnhäusern prägen den idyllischen Charakter von Wimpfen. Das malerische Ensemble wird von den mächtigen Türmen der ehemaligen Kaiserpfalz überragt. Zwischen ihnen erstreckt sich eine 25 Meter breite und 89 Meter lange Anlage, die vermutlich von Kaiser Friedrich I. Barbarossa gegen Ende des 12. Jahrhunderts gegründet wurde.

Zurück an den Neckar kommen Sie auf der B 27 nach Bad Friedrichshall, wo noch heute in bis zu 200 Meter Tiefe Steinsalz abgebaut wird. Über Neckarsulm erreichen Sie Heilbronn, die betriebsame Stadt am Neckar. Sehenswert sind der Marktplatz mit dem Rathaus und das „Käthchenhaus“. Hier wohnte die Bürgermeisterstochter Lisette Kornacher, die das Vorbild für Heinrich von Kleists „Käthchen von Heilbronn“ gewesen sein soll. Ausgedehnte Rebhänge säumen die Straße zwischen Heilbronn und Weinsberg.

Berühmt wurde der Ort durch seine Burg, die Weibertreu, die ihren Namen einer nur zum Teil belegten Begebenheit des Jahres1140 verdankt. Justinus Kerner setzte den beherzten Frauen mit seiner Ballade „Die Weiber von Weinsberg“ ein Denkmal.

Die Burgenstraße führt weiter nach Öhringen. Das ehemalige Hohenlohische Residenzschloss am Markt ist heute Sitz der Stadtverwaltung. Nachdem sich das Haus Hohenlohe im 16. Jahrhundert in die Linien Hohenlohe-Waldenburg und Hohenlohe-Neuenstein aufgespalten hatte, entstand in Neuenstein eine weitere prunkvolle Residenz. Nach dem Aussterben dieser Linie (1698) diente das Schloss als Waisenhaus, Arbeitshaus und Altersheim. Heute sind hier das Hohenlohe-Archiv und das Hohenlohe-Museum zu finden.

Vorbei an Waldenburg, das rechter Hand wirkungsvoll auf einem in die Hohenloher Ebene ragenden Sporn des schwäbischen Keuperberglandes liegt, fahren Sie in Richtung Schwäbisch Hall. Dort sollte man einen Bummel durch die mittelalterliche Altstadt unternehmen. Über Kupferzell und Döttingen gelangen Sie nach Braunsbach, das sehr reizvoll am Kocher liegt. Von dort sehen Sie im Süden den gewaltigen Viadukt, auf dem hier in 180 Meter Höhe die A 6 das Tal überquert. Überragt wird die kleine Stadt vom ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert stammenden Schloss Braunsbach.

Landschaftlich bezaubernd ist das Jagsttal, in das Sie über Ornsbach und Nesselbach gelangen. Der Ausblick, den man von der Steige kurz vor Bächlingen auf Langenburg mit seinem Schloss hat, ist einen kurzen Aufenthalt wert. Prunkstück des von Rundtürmen flankierten, imposanten Langenburger Schlosses ist der Renaissance-Innenhof. Im Marstallgebäude ist das Deutsche Automobilmuseum untergebracht, wo Sie vom Vorkriegsmodell bis zum Formel-I-Rennwagen die luxuriösesten, originellsten und schnellsten Automobile bewundern können.

Von Langenburg fahren Sie über Blaufelden und Schrozberg nach Rothenburg ob der Tauber, das auf einem Plateau hoch über dem Fluss liegt. In der alten Reichsstadt mit ihrem intakten mittelalterlichen Stadtbild lässt sich noch heute das Leben früherer Jahrhunderte nachvollziehen. Vom Marktplatz aus sind alle Sehenswürdigkeiten der Stadt leicht erreichbar. Eindrucksvoll ist auch eine Begehung der intakten Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert. Auf dem 2,5 Kilometer langen Spaziergang eröffnen sich immer wieder großartige Ausblicke auf die Altstadt mit ihren Gassen und Winkeln. Bleibt noch zu erwähnen, dass sich die Burgenstraße zu jeder Jahreszeit lohnt.


Rezept aus Köstliches Deutschland
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Impression der Route