RouteBergstraße

Strata montana

Tauchen Sie ein in den Duft der Mandel-, Pfirsich- und Kirschblüten, erleben Sie den Zauber der Magnolien und Forsythien oder wandern Sie durch das saftige Grün an den nahe gelegenen Hängen des Odenwaldes. Die sonnenverwöhnten Hänge bringen gehaltvolle edle Weine hervor.

Wie kaum eine andere deutsche Stadt hat Heidelberg Dichter inspiriert und beflügelt. Namen wie Goethe, Hölderlin, Eichendorff, Gottfried Keller, Jean Paul, Victor Hugo, Mark Twain, Victor von Scheffel und viele andere sind mit ihr verbunden. Nachdem der Straßenverkehr aus der Altstadt verbannt worden ist, strahlt Heidelberg jetzt erneut so viel Atmosphäre aus, dass auch nüchterne Gemüter davon berührt werden. Die Amerikaner wählten das im Zweiten Weltkrieg unzerstört gebliebene Heidelberg 1945 zu ihrem deutschen Hauptquartier.

Bis heute gehört die Stadt zu einem der beliebtesten Ziele für Amerikaner auf Europareise. Manchmal meint man, in den Straßen fast mehr Englisch als einheimische Mundart zu hören. Neben dem obligatorischen Besuch von Schloss und Altstadt empfiehlt sich ein Abstecher zum Aussichtsturm und Märchenparadies Königsstuhl. Vom Königsstuhl aus liegen Heidelberg und die Rheinebene zu Ihren Füßen.

Gleich hinter der Stadt steigen rechts die Hänge des Odenwaldes auf. An seinem Rand führt die Bergstraße entlang, allerdings nicht mehr wie vor Jahrhunderten durch die alten Obst- und Weinbaudörfer. Diese liegen etwas oberhalb der Straße und sind häufig von einer Ruine oder Burg überragt.

Auch das Städtchen Schriesheim liegt am Rand der Durchgangsstraße. Enge, steile Gässchen, behäbige Bauernhäuser und das Fachwerk-Rathaus von 1684 übersehen Sie von der Strahlenburg aus, die in der Stadtmitte ausgeschildert ist. Es lohnt ein Abstecher von Schriesheim zum mittelalterlichen Ladenburg. Folgen Sie dem Wegweiser „Historischer Stadtkern“. Die historische Altstadt lädt zu einem Bummel rund um den Marktplatz ein.

Zurück in Schriesheim geht es weiter auf der Bergstraße nach Weinheim. Der von der neuromanischen Stadtpfarrkirche dominierte Marktplatz lädt dazu ein, unter den riesigen Robinien in einem der vielen Straßenlokale und Weinwirtschaften zu verweilen. Am unteren Ende des Platzes steht das Alte Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Jenseits der Fußgängerzone, tief im Tal des Weschnitzbaches, erstreckt sich das alte Gerberviertel mit seinen schönen Fachwerkhäusern. Überragt wird der Ort von der Wachenburg, die als verspätete Huldigung an die Romantik errichtet wurde.

Sie verlassen Weinheim in nördlicher Richtung. Heppenheim kündigt sich mit der hoch gelegenen Ruine der Starkenburg an. Folgen Sie den Schildern zum Historischen Marktplatz, an dem Sie viele alte Fachwerkhäuser im Odenwälder Stil finden, darunter die Apotheke, wo der Chemiker Justus von Liebig seine Studien begann. Wenn Sie nach so vielen schmucken alten Städten an der Bergstraße nun auch einmal ein Dorf sehen wollen, zweigen Sie in der Ortsmitte rechts ab nach Gronau, Zell. Nach kurzer Zeit sind Sie mitten in Zell. Ein Bach fließt im oberen Teil des Straßendorfes offen neben der Straße, über Brücken erreicht man die einzelnen Häuser. Das Wasser des Bachs treibt ein offenes Mühlrad an, an dem die Gartenwirtschaft „Vetters Mühle“ steht.

Von Heppenheim aus lohnt auch ein Abstecher nach Lorsch. Vor über 1200 Jahren wurde hier ein Kloster gegründet, das zum geistigen Mittelpunkt des nach Karl dem Großen benannten Karolingischen Reichs wurde. Ein Zeugnis der Karolingischen Renaissance.

Wieder zurück in Heppenheim fahren Sie auf der B 3 in Richtung Bensheim. Im Ort erhebt sich die doppeltürmige Stadtkirche St. Georg über dem Marktplatz. Der Frau von Bensheim, die 1644 der Sage nach die Stadt vor der Verwüstung durch die Franzosen gerettet haben soll, indem sie die bayerischen Truppen durch einen unterirdischen Stollen in die Stadt führte, wurde auf dem Marktplatz ein originelles Denkmal gesetzt. Von Bensheim aus sollten Sie den Melibokus besuchen. Er ist mit 515 Meter der höchste Gipfel der Umgebung und bietet eine herrliche Aussicht über Rheinebene und Odenwald. Sie erreichen den Melibokus über ein schmales Sträßchen, das von der B 3 Richtung Darmstadt scharf rechts abbiegt. Vom Parkplatz Melibokus gelangen Sie auf verschiednen Wegen zu dem Aussichtsturm. Im Bensheimer Stadtteil Auerbach zeigt nach rechts ein Wegweiser zum Fürstenlager Modautal. Diese ehemalige Sommerresidenz hessischer Landgrafen wurde im späten 18. Jahrhundert erbaut. Durch die Bachgasse erreichen Sie den Parkplatz „Fürstenlager“. Von dort müssen Sie durch den, im Stil des englischen Landschaftsgartens gestalteten Park bergauf gehen und erreichen durch eine 100jährige Lindenallee das Fürstenlager.

Nächster Ort an der Bergstraße ist Zwingenberg, dessen mittelalterliches Stadtbild erhalten geblieben ist. Fahren Sie auf der B 3 an der Stadtmauer entlang und biegen dann am „Löwen“ rechts ein. Hier können Sie parken und erreichen nach wenigen Schritten die verwinkelte Altstadt. Über den Dächern erhebt sich zwischen mächtigen Bäumen die weiße Bergkirche von 1258. Eine Schrägtreppe führt direkt hinauf. In der Nähe der Kirche sind an Resten der Stadtmauer einige Türmchen erhalten.

Die Bergstraße ist mit brauen Schildern gekennzeichnet. Die beste Reisezeit ist zur Baumblüte Ende März/Anfang April, Rosenblüte im Juni, Weinlese und Weinfeste im September.
Rezept aus Köstliches Deutschland
Leckere und interessante Rezepte vom kulinarischen Reiseführer.
Impression der Route