RouteAllgäuer Käseroute

Die Allgäuer Käseroute

Es sind meist die kleineren Orte im Allgäu, wo man noch die handwerklichen Sennereien findet. Bitte beachten Sie beim Besuch einer Sennerei die Öffnungszeiten, die sich nach dem üblichen Betriebsablauf richten.

Die kulinarische Autoroute beginnt in Oberstdorf, das 1865 durch einen Großbrand restlos vernichtet wurde. Es gibt kein einziges Bild mehr aus dieser Zeit. Heute ist Oberstdorf ein Ferien-, Berg-, Sport-, Ski- und Kurdorf zugleich. Im Tal der Täler gelegen bietet der Ort viel rund um den Kirchturm: schroffe Berggipfel, malerische Täler und idyllische Walserkultur. Vom „Deutschlands schönsten Blumenberg“, dem Fellhorn, führt ein Weg (von der Bergbahn-Mittelstation) in 20 Minuten zur Schlappold-Alpe (1710 m), eine der Ältesten des Oberallgäus.

Der B 19 folgend lohnt bei Fischen ein Abstecher nach Bolsterlang und von dort mit der Hörnerbahn hinauf zu den herrlichen Aussichtsbergen der Hörnerkette.
Vorbei an der alten Marktstätte Sonthofen geht es über Immenstadt in das Gebiet „Bergstätte“, einem typischen Siedlungsgebiet zwischen Niedersonthofener See und Alpsee.

Der Allgäuer ist ein besonderer Menschenschlag: rau, aber herzlich, zurückhaltend, aber freundlich. Die Mundart ist schwäbisch-allemannisch geprägt. Man ist gerne auf sich allein gestellt und hält seinen Hof zusammen. So mag es zum Charakter der Menschen passen, dass seit den Jahrhunderten der „Vereinödung“, der Arrondierung und Aussiedlung von Bauernhöfen, der allein stehende Hof und der winzige Weiler typische Zeichen der bäuerlichen Wirtschaftsstruktur im Allgäu sind. Die Einödhöfe und Weiler sind durch kleine Sträßchen miteinander verbunden. Da sie nur von den Anliegern befahren werden, eignen sie sich hervorragend Radfahren, gelegentlich sogar zum Wandern.

Südlich vom Hauchenberg liegen die Dörfer Diepolz (Bergkäserei) und Missen, der reale Hintergrund und die Heimat von Carl Hirnbein in Peter Dörflers Allgäu-Trilogie.

Kurz nach Zaumberg lohnt es sich, auf dem Parkplatz anzuhalten. Den phantastischen Talblick auf den Alpsee sollten Sie auf gar keinen Fall versäumen.
In Immenstadt geht es auf der B 308 in Richtung Oberstaufen durch das Konstanzer Tal.

Thalkirchdorf, in diesem alten Dorf steht ein einmalig schöner Fachwerkbau von 1767: die „Traube“. Im 18. Jahrhundert war das Haus der dörfliche Treffpunkt schlechthin. Heute wird die ehemalige „Tafern“ bereits in der fünften Generation geführt. Wer am Sonntag die „Traube“ aufsucht, kann noch die alte Gemütlichkeit erleben. Dann sitzen in der Stube die Bauern beim Frühschoppen in Doppelreihen um den Wirtshaustisch.

Über Oberstaufen und Stiefenhofen (Sennerei) führt die Route nach Grünenbach. Viele Sennereien sind in diesem Landstrich zu finden, die durch die Westallgäuer Käsestraße miteinander verbunden sind. In der Sennerei Grünenbach kann man miterleben, wie aus Rohmilch der Alp- und Bauernkäse entsteht. Jeden Freitag um 9:30 Uhr finden Führungen statt.

Östlich von Grünenbach kann man dann ein harmloses Abenteuer bestehen: eine Wanderung durch den drei Kilometer langen Eistobel. Ihr winterliches Bild gab der von der Oberen Argen gebildeten Schlucht den Namen: Dann verwandeln sich nämlich die sieben Wasserfälle in bizarre Wände aus gleißendem Eis. Gut ausgerüstet kann man dieses Naturerlebnis auch an kalten Tagen erwandern. Beeindruckend ist aber auch das sommerliche, „lebende“ Wasser, wenn es sich über die Nagelfluhfelsen des Tobels stützt – der Begriff „Tobel“ stammt übrigens von „tosen“.

Ein paar Kilometer weiter kommt man nach Isny, wo gleich am Ortseingang die ökologische „Käsküche“ auf Besucher wartet. Die ehemals freie Reichsstadt mit einer gemütlichen Altstadt und der bedeutenden „Paedicantenbibliothek“ mit wertvollen Handschriften lädt zum Verweilen ein.

Durch eine idyllische Seen- und Moorlandschaft gelangt man nach Eglofs mit dem bekannten Schloss Syrgenstein. Hier beginnt die Region „Westallgäu“ mit seinen sanften Hügeln und Streuobstwiesen.

Kurz vor Wangen führt die Route über Deuchelried mit dem kulinarischen Highlight „Adler“ nach Zurwies. Anziehungspunkt ist die gleichnamige ökologische Weichkäserei. Hier kann man anschaulich die Unterschiede zur Hartkäserei kennen lernen.

Zum Abschluss geht es nach Wangen mit seinen malerischen Gassen, Plätzen und Brunnen. Ein Altstadtrundgang empfiehlt sich besonders mittwochs, wenn Markttag ist.
Die hier vorgestellte Route ist nur ein Vorschlag unter mehreren Möglichkeiten und bietet jedem Käse- und Allgäuliebhaber genügend Varianten, um seine Lieblingssennerei zu entdecken.
Rezept aus Köstliches Deutschland
Leckere und interessante Rezepte vom kulinarischen Reiseführer.
Impression der Route
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