RegionThüringer Wald

Der Rennsteiggarten

Die geologische Besonderheit des Thüringer Waldes liegt in seinem kammartigen Aufbau. Auf dem Kamm des bis zu 20 Kilometer breiten und 80 Kilometer langen Mittelgebirges verläuft einer der berühmtesten, auf jeden Fall ältesten, Wanderwege Deutschlands, der "Rennsteig". Er war schon immer Gau- und Sprachgrenze, war Rechts-, Jagd- und bischöfliche Grenze, und er trennte Thüringen von Franken.

Von der Werra bis zur Saale kann der Wanderer, begleitet von Steinen und Stelen mit dem traditionellen "R", durch dichte Forste oder Waldwiesen, über steile Berge oder sanfte Erhebungen der Natur nahe sein. Bestimmt klingt in ihm dann die heimliche Hymne der Thüringer, das bekannte Rennsteiglied, nach.

Rund um den Großen Inselberg entstanden bereits im 19. Jahrhundert viele Kurorte wie zum Beispiel Bad Liebenstein, das ein Modebad für fürstliche Prominenz wurde. In dem größten und ältesten Thüringer Heilbad verspürt man heute noch den Hauch der guten alten Zeit. Und das ganz besonders im Schloss Altenstein. Die Sommerresidenz der Herzöge von Sachsen-Meiningen besitzt einen der schönsten romantischen Landschaftsparks.

Im Frühling, Sommer und Herbst bietet der Thüringer Wald traumhafte Bedingungen für Wanderer und Naturliebhaber, im Winter für Skifahrer und Rodler. Ende des 19. Jahrhunderts begann Oberhofs Bedeutung als Wintersportort. Schließlich liegt Oberhof auf knapp 1000 Meter Höhe und galt lange als schneesicheres Gebiet. Der Ort darf sich als Wiege des deutschen Bob- und Rennrodelsports bezeichnen.

Martin Luther nannte Eisenach "meine liebe Stadt". Nachdem er wegen seinen Thesen vom Papst mit einem Bann belegt wurde, zog er sich auf die Wartburg zurück und übersetzte das Neue Testament in eine volkstümliche, allen verständliche deutsche Sprache. In nur zehn Wochen hatte er die Lutherbibel und damit die Grundlage für die neuhochdeutsche Schriftsprache geschaffen.

In Arnstadt lebten zwischen 1620 und 1792 zahlreiche Angehörige der Musikerfamilie Bach als Stadt- und Ratsmusikanten, Organisten und Kantoren. Der berühmteste unter ihnen, Johann Sebastian Bach, war Organist in der später nach ihm benannten Kirche.

Im Thüringer Wald haben sich viele Orte auf ein bestimmtes Handwerk konzentriert. Da gibt es die Büchsenmacher in Suhl und die Glasbläser in Lauscha, die Porzellanmacher in Sitzendorf oder die Spielzeugmacher in Sonneberg. Aber auch Gräfenroda hat seine handwerkliche Spezialität: Gartenzwerge. Die wurden vor 120 Jahren hier erfunden. Seitdem ziert so mancher Zwerg frohen Mutes, lächelnd und selbstverständlich mit roter Zipfelmütze deutsche Vorgärten.

Rezept aus Köstliches Deutschland
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Impression der Region
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