Die Heimat des Schinderhannes
Mit dem Erbeskopf, der höchsten Erhebung mit 818 Meter, überragt der Hunsrück die benachbarte Eifel. Am Erbeskopf hat eine Messstation bestätigt, dass es hier die "reinste Luft Deutschlands" gibt. Damit ist die Hunsrücker Luft vergleichbar mit der auf den nordfriesischen Inseln, im Bayerischen Wald und in Teilen der Alpen. Das liegt auch an dem besonderen Reizklima, das durch die nahen Flusstäler und die dichte Bewaldung beeinflust ist.Wald - soweit das Auge reicht. In seinem heutigen Ausmaß ist er erst hundert Jahre alt, von den Preußen akkurat aufgeforstet, halb mit Fichte, der Rest mit Laubwald. Dazwischen liegen gewölbte Matten und Felder mit den eingestreuten schiefergrauen Dörfern, die tagsüber oft wie ausgestorben wirken.
Diese alte Landschaft erscheint verschlossen und will behutsam erlebt sein. Je mehr Zeit Sie sich für den Hunsrück nehmen, desto mehr erkennen Sie in den herben Reizen der Natur die Zeichen der Vergangenheit.
Was zunächst beeindruckt ist die Weite, die den Blick über Täler und Hügel bis in die Eifel reichen lässt. Wer heute im Ehrbach- oder Bayachtal bei den raunenden Ruinen über die Vergangenheit sinniert, findet Ruhe und Stille. Der Hunsrück gehört einem oft ganz allein.
Bei der Spurensuche im Hunsrück begegnet man vielerorts dem Volkshelden Johann Bückler. Um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert schwang sich der als "Schinderhannes" berühmt gewordene Räuberhauptmann zum Herrn des Hunsrück auf. Mit Diebstählen bestritt er seinen Lebensunterhalt. Selbst vor Mord schreckte er nicht zurück. Er und seine Räuberbande wurde von der französichen Gendarmerie regelmäßig gejagt und gefangen genommen. Mit glück konnten der Schinderhannes und seine Kumpane immer wieder fliehen. Sie fanden Unterschlupf in den Wäldern, in abgelegenen Gehöften und Mühlen. Schließlich wurde er doch von einem anderen Spitzbuben verraten und ihm 1803 in Mainz der Prozess gemacht.
