RegionHohenloher Land

Land der Burgen und Schlösser

Schlösser- und Burgenland" – seinen schmückenden Beinamen trägt Hohenlohe, die Region zwischen Heilbronn, Bad Mergentheim, Crailsheim und Schwäbisch Hall, mit Recht. Auf fast jedem der steil abfallenden Bergrücken thront ein Adelssitz, bis heute gut erhalten und immer noch bewohnt – meist von den Nachkommen derer, die hier schon vor Generationen saßen.

Ein berühmter Mann wurde auf der Burg Jagsthausen geboren: Götz von Berlichingen, der "Mann mit der eisernen Hand". Die Fürsten von Hohenlohe bauten ebenso gern wie ihre adeligen Nachbarn in Nürnberg oder Würzburg, doch waren die Mittel im Vergleich zu jenen bescheiden, weshalb vieles seinen liebenswerten "kleinbürgerlichen" Charme bewahrt hat.

Wer als Großstädter hier Urlaub macht, wird die Atmosphäre biedermeierlicher Romantik in den alten Residenzstädten und mauerumschlossenen Ortschaften ebenso genießen, wie die Landschaft mit ihren Oasen der Ruhe, den weinbewachsenen Hängen, den tiefgekerbten Flußtälern von Kocher und Jagst, den stillen, zum Wandern wie geschaffenen Wäldern.

Wein ist für die Hohenloher ein ganz besonderer Saft. Sie lieben ihn, besonders wenn er um die einstige hohenlohische Residenz Öhringen gedeiht. Im Bauland, eine hohenlohische Landschaft, dehnten sich früher riesige Dinkelfelder. Und aus Dinkel entsteht der Grünkern, Basis herzhafter Suppen und anderer wohlschmeckender Gerichte. Schon fast vergessen, erlebt er heute eine regelrechte Renaissance. Das Bauernland ist bekannt für seine ausgezeichneten Züchtungen wie Bullen, die Hohenloher "Hummele" oder das Hällische Schwein, mit einer Fleischqualität, die ihresgleichen sucht.

Jahrhundertelang bestimmte der Deutsche Orden das Bild von Bad Mergentheim – heute sind es die Kurgäste, die in dem Bäderstädtchen Heilung suchen. Inmitten seines Mauerrings gelegen, ist das bayerische Rothenburg ob der Tauber für viele der Inbegriff einer mittelalterlichen Stadt. Zu Recht, denn es gibt kaum weitere, ähnlich gut erhaltene Städte jener Zeit.

Das Taubertal hält für Kunstinteressierte manches bereit: die Residenz Weikersheim etwa oder die meisterhaften Riemenschneider-Altäre in den Kirchen von Detwang und Creglingen. Die großen Nachbarn, Bayern und Württemberg, teilen sich den Raum und seine Bewohner: Auf bayerischem Territorium liegen Feuchtwangen und Dinkelsbühl, das einmal im Jahr seiner wundersamen Errettung im Dreißigjährigen Krieg mit kostümfrohen Darbietungen gedenkt. Schon zum schwäbischen Württemberg gehört die vormals geistliche Hochburg Ellwangen. Steinreich in des Wortes wahrstem Sinn ist die Hügellandschaft nördlich der Ellwanger Berge. Ihre Kalksteinklippen lassen prächtige Versteinerungen zutage treten.

Viele Orte im Schwäbischen Wald, zum Beispiel Murrhardt und Mainhard, gehen auf römische Kastelle in diesem alten Grenzland zwischen Römern und Germanen zurück. Dieses Land verharrte immer in einer gewissen Randlage. Die Wanderer wissen das heute zu schätzen.

Rezept aus Köstliches Deutschland
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