RegionFränkische Schweiz

Im Schlupfwinkel des deutschen Gemüts

Die Fränkische Schweiz besitzt als nördlichster Ausläufer des Juramassivs, das in der "echten" Schweiz beginnt, tatsächlich eine - geologische - Verwandtschaft mit der Eidgenossenschaft. Die Namensänderung im 19. Jahrhundert war aber Ausdruck eines Zeitgeistes, der die Heimat der Helvetier als Inbegriff romantischer Landschaft sah.

Die ersten Touristen waren zwei Berliner, welche das Gebiet durchstreiften. Wilhelm Heinrich Wackenroder und Ludwig Tieck reisten 1793 durch die grünen Felsentäler bis nach Bayreuth und weiter ins Fichtelgebirge hinauf. Ihre Reiseeindrücke teilten sie ihren Freunden an der Spree in begeisterten Briefen mit. Die Stunde der deutschen Romantik hatte geschlagen.

Im Herzen der Fränkischen Schweiz genießt man auch heute noch "Romantik pur".
Aus steilem Waldhang ragen Burgen und Kirchen. Mühlen bieten glasklare Forellenwasser. Wasserwanderer winken zur nostalgischen Dampfbahn hinüber. Fachwerkhäuser balancieren auf bizarren Felsen, und riesige Höhlen bergen Tropfsteinwunder. Wahrlich ein "Schlupfwinkel des deutschen Gemüts"...

Pegnitz, Neuhaus und Velden reihen sich im Wandertal der oberen Pegnitz aneinander, getrennt von der grünen Unendlichkeit des Veldensteiner Forstes. Zu den Attraktionen der Natur zählen Höhlen wie die riesige Maximiliansgrotte und das kletterergeprüfte Juragestein im romantischen Hirschbachtal.
Im nördlichen Teil der Fränkischen Schweiz locken die Bier- und Brotzeitseligkeit von Kleinstbrauereien und die wunderbare Stille schmaler Flusstäler. Radler durchfahren das Kleinziegenfelder Tal, und im Aufseßtal zwischen Draisendorf und Moos gibt es keine Straße, nur kühlschattige Wanderwege.

Öffentlich zugänglich sind die Burgen in Gößweinstein, Heiligenstadt (Greifenstein), Pottenstein, Aufseß, Waischenfeld und Wonsees (Zwernitz).
An die tausend Höhlen sind in der Fränkischen Schweiz und der Frankenalb bisher bekannt. Die vier größten Schauhöhlen sind in Ahorntal-Rabenstein, Neuhaus, Pottenstein und Wiesenttal-Streitberg.

Die beiden Hauptachsen des weit verzweigten Wandernetzes sind die Täler der Wiesent und Pegnitz. Eine Tour von etwa drei Tagen (70 km) führt auf der Main-Donau-Wanderlinie von Scheßlitz bei Bamberg bis nach Betzenstein. Im Pitztal bei Obertrubach gibt es auch einen Therapeutischen Wanderweg für ältere Menschen und Herz-Kreislauf-Kranke, den ersten seiner Art in der Fränkischen Schweiz.

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