Im gläsernen Wald
Der Bayerische Wald ist eine stoische Kulisse von Natur und weiter Landschaft, von Einsamkeit und Stille. Neben endlosen Wäldern stößt man auf eine geologische Besonderheit: Quarz. Holz und Quarz schufen eine geheimnisvolle Welt: den gläsernen Wald.Nur die Glasmacher kennen das Geheimnis, wie aus Feuer und Erde ein Stoff entsteht, der das Licht einfängt, und funkelnd wieder frei gibt.
Die Rodungen der Glashütten schufen auch Platz für bescheidene Ansiedelungen der "Walder", die eine eigene bodenständige Kultur entwickelten. Immer wieder eröffnen sich Einblicke in eine Zeit, wo der Kampf zwischen Mensch und Natur Waldgeschichte schrieb. Zeitzeugen sind die schönen Walderhäuser mit deren eigenem Charme bäuerlicher Kunstfertigkeit.
Die Abgeschiedenheit hat ein Brauchtum entwickelt, das sich bis in unsere Zeit erhalten hat. Sichtbare Zeugnisse sind die Totenbretter. Der Bayerische Wald und seine gläserne Vergangenheit, das sind stimmungsvolle Momente des Innehaltens, besonders wenn die untergehende Sonne über dem Waldtal an den glutroten Schmelztiegel des Glases erinnert.
