Eine Stadt erzählt dem Besucher alles
Dass in der Herrenstraße die vornehmen Bürger gewohnt haben, sagen schon der Name und die feinen Häuserfronten. Die Kramerstraße war eben die einst die Haupthandelsstraße. Der Marktplatz mit den Arkaden des so genannten Steuerhauses und der Pracht des Rathauses erklärt sich von selbst. Nur dass auf den luftigen oberen Böden des eigenartig wirkenden Siebendächerhauses fleißige Gerber ihre Ware getrocknet haben, daruf muss vielleicht hingewiesen werden.Bis Memmingen 1268 freie Reichsstadt wurde, entwickelte sich der Ort aus einer römischen Militätsiedlung (300 n. Chr.), alemannischen Dorfsiedlung (500 n. Chr.) und einer fränkischen Königshofsiedlung (800 n. Chr.). Zwischen dem 14. und 16. Jh. hatte die Reichsstadt ihre Blütezeit mit Handelsverbindungen nach Indien und Venezuela. Memmingen war ein politisches Zentrum im Bauernkrieg von 1525. Im 30jährigen Krieg war die Stadt ein Stüztpunkt der Schweden unter Wallenstein. Auch der Schwedenkönig Gustav Adolf weilte damals in der Stadt. Danach wurde es ruhig und beschaulich in der biederen Kleinstadt.
Erst im 19. Jh., mit der Illertal-Bahnlinie, entwickelte sich die Stadt zu einem regen Oberzentrum.
