Fontanes graue Stadt am Meer
Waren erhielt wie andere Städte der Umgebung in der Mitte des 13. Jahrhunderts die Stadtrechte von dem werleschen Fürsten Nikolaus I. Der Altstadt um die Georgenkirche und den alten Marktplatz schloß sich nur wenig später die sogenannte Neustadt an. Zentrum dieses Stadtteils war die fürstliche Burg östlich der späteren Marienkirche. Beide Stadtteile verschmolzen schon in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts zu einem einheitlichen Stadtgrundriß, in dessen Mitte der Neue Markt die zentrale Stellung einnahm.Ein wirtschaftlicher Aufschwung vollzog sich erst im 19. Jahrhundert als sich Waren mit der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse zu einem regionalen Zentrum für das Müritzgebiet entwickelte.
Die industrielle Entwicklung trat schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ihrer Bedeutung hinter den Fremdenverkehr und das Erholungswesen zurück, welches nicht zuletzt dank der Fürsprache Theodor Fontanes neben der Landwirtschaft zu einer Haupteinnahmequelle der Stadt bis in die zwanziger und dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts wurde.
Äußerungen Fontanes in seinem Berliner Bekanntenkreis nach seinem Aufenthalt von 1896 in Waren wurden zu immer wiederholten Argumenten in der Werbung des um 1910 gegründeten Verkehrsvereins.
Fontane nannte Waren noch "graue Stadt am Meer", aber in kaum einer Stadt der Region wurde nach der Wende soviel in Restaurierung investiert. An einem schönen Sommertag fühlt man sich am Hafen in südliche Gefilde versetzt.
Vom Turm der Georgskirche hat man einen unvergleichbaren Blick auf das Umfeld der Stadt. Höchster Punkt der Stadt ist der Alte Markt mit Altem (15.Jh.) und Neuem Rathaus (18./19.Jh.). Das Naturhistorische Landesmuseum/Müritzmuseum ist ein Besuch wert.
