OrtPfronten

Am Rand der Alpen

Einen Ort namens Pfronten gibt es nicht, wohl aber eine jahrhundertealte Talschaft, die heute die Gemeinde Pfronten bildet. Schön gelegen ist sie, dort, wo das hügelige Allgäuer Voralpenland endet und die "richtigen" Berge anfangen. Eben "ad frontes Alpinum Juliarum", wie eine frühmittelalterliche, natürlich lateinische Ortsbezeichnung lautete - frei übersetzt, "am Rand der Alpen".

Die Besiedelung im dichten Bergwald der Talschaft schien nicht so recht voranzugehen. Jedenfalls entschlossen sich die geistlichen Herren in Augsburg vor über 700 Jahren, zur Rodung bereite Bauern mit außergewöhnlichen Freiheiten zu locken. Selbstnbewusst müssen die "Freien Gotteshausleute" gewesen sein, die ihre Sonderstellung 1459 im "Pfrontener Göttlichen Recht" niederlegten und es nicht nötig fanden, in den Bauernkrieg zu ziehen.

Wer in Pfronten ist, sollte sich den Falkenstein, den 1268 Meter hohen Bergrücken mit seiner großartigen Alpensicht, nicht entgehen lassen. Zum Hotel dort oben führt eine Straße hinauf. Die hat 1884 kein anderer als Bayernkönig Ludwig II. anlegen lassen, dazu auch eine Wasserleitung. Neben Neuschwanstein wollte er ein zweites "Märchenschloss", eine gotische Ritterburg, haben, eben Falkenstein, zumal ja aus dem Mittelalter noch Reste einer wehrhaften Burg vorhanden waren. Die Kassen waren jedoch leer. Zu viel Geld hatten Neuschwanstein, Schloss Linderhof und Herrenchiemsee verschlungen. Dennoch ließ Ludwig II. die Ruine durch einen Strohmann günstig erwerben und forcierte 1886 die Planungen für seine Traumburg Falkenstein. Im gleichen Jahr beendete des Königs Tod das Märchenschloss-Bauen. Geblieben sind die Straße und die Ruine.
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