Die Stadt im Krater
Nördlingen, die über 1100 Jahre alte ehemalige freie Reichsstadt an der "Romantischen Straße" hatte bis in das 16. Jahrhundert hinein eine enorme Wirtschaftskraft und politische Bedeutung. Grund dafür war die seit dem 13. Jahrhundert stattfindende 10-tägige Pfingstmesse, die im Mittelalter zur bedeutendsten Fernhandelsmesse in Oberdeutschland wurde.Vom Turm der Stadtpfarrkirche St. Georg hat man einen großartigen Rundblick auf die kreisrunde Struktur des mittelalterlichen Nördlingen. Auf der Stadtmauer kann man die gesamte Altstadt umrunden.
Beim Flanieren durch die Straßen und Gassen erschließt sich manches Stückchen Stadtgeschichte. Die Namen der Straßen und Plätze klären über alles auf: Bei den Kornschrannen handelte man mit Getreide, am Brettermarkt mit Holz, am Hafenmarkt mit Geschirr. In der Gerbergasse saßen die Gerber. An der Rosswette tränkte man die Pferde, im Tanzhaus feierte man Feste und irgendwo saßen auch die Tuchmacher und Färber. Noch im 18. Jahrhundert hieß es, dass man nirgends schöner rot und schwarz färbte als in Hamburg und Nördlingen.
